Freitag, 19. September 2008

Eine Welt

Wer behauptet, Hannover sei ja sooo langweilig, war noch nie und eigentlich braucht man auch nirgendwo anders hinzugehen, wie die Fotoserien von Uwe Stelter zeigen. Leider will er seine Bilder verkaufen und die Vorschaubilder sind arg klein geraten, die Ergebnisse sind aber gleichwohl bemerkenswert - meint der Wahlhannoveraner.

Mittwoch, 17. September 2008

NTH

Der Konflikt um die NTH (für Nicht-Niedersachsen: Niedersächsische Technische Hochschule) hat sich in den letzten Tagen zugespitzt. Während der Minister noch Anfang der Woche darauf hinwies, dass sowohl die Idee als auch die Umsetzung nur Sache der Hochschulen sei, betont heute der Hochschulrat der LUH (Leibniz Universität Hannover), dass zentrale Elemente der NTH-Konstruktion - die Berufung von Professoren von NTH-Fächern durch die NTH und der rotierende Sitz der NTH - abgelehnt werden. Da scheint die Überschrift "Hochschulrat und Präsidium wollen weiterhin eine NTH" schon etwas seltsam. Niedersachsens Hochschullandschaft gerät gerade zu einem Zeitpunkt ins Schlingern, als der wichtigste ökonomische Faktor des Landes, VW, von Porsche übernommen wird. Das wird noch interessant, denn der sogenannte Südosten des Landes hat sich in den letzten Jahrzehnten auch im Forschungsbereich fast ausschließlich auf die Automobilindustrie festgelegt.

Montag, 15. September 2008

Historical Trust

In diesem Sommer haben Studierende des Historischen Seminar eine Woche lang im Museumsdorf Cloppenburg eine Hofüberlieferung bearbeitet. Welche Möglichkeiten bestehen, systematisch die Überlieferung eines Hofes zu erschließen, zeigt ein englisches Beispiel.

Sonntag, 14. September 2008

Backups und moderne Textverarbeitungen

Wenn ich es richtig sehe, kennen heutige Textverarbeitungen eigentlich keine vernünftige Backup-Funktionen. Bei Word wird lediglich eine (!) immer wieder überschriebene Version angeboten, die dann noch im selben Verzeichnis wie die Originaldatei liegt (und damit das Arbeitsverzeichnis mit Backups noch voll müllt), OpenOffice bietet zwar ein separates Backup-Verzeichnis an, mehr aber nicht. Das ist eigentlich eine Schande für diese mit vielen Features schon fast überladenen Programmen.
Immerhin gibt es für OO und für NeoOffice Extensions, in diesem Fall Writer's Tools, das u.a. ein Backup auf einem anderen Server, ein Emailbackup und ein Backup in Fremdformaten (gepackt in einer mit Datum und Zeit versehenen Zip-Datei) anbietet.
Übrigens bietet Papyrus das Speichern nicht nur in einem separaten Verzeichnis, sondern von mehreren Versionen an. Da das Programm für Windows und Mac Os verfügbar ist, eignet es sich auch für Switcher.

Dienstag, 9. September 2008

Und noch mal zum Thema Open Access

Heute ist ein interessanter Artikel im Spiegel online zum Thema Publizieren in Fachzeitschriften. Dass dieses Thema in Deutschland so wenig voran kommt ist ärgerlich. Die Vorurteile sind sogar unter den Studenten verbreitet. Dabei sollte so ein Artikel, wie der im Spiegel doch deutlich aufzeigen, das andere Möglichkeiten nötig sind. Da bietet sich Open Access doch an. Es will mir einfach nicht in den Kopf, warum so intelligente Leute sich von Fachverlagen dermaßen gängeln lassen, anstatt selbst über ihre Arbeit zu bestimmen.

Mittwoch, 3. September 2008

Minden 1759

Der 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden rückt näher. Nun hat das Preußenmuseum in Minden eine Website dazu erstellt, die vor allem dem Leben in der Stadt Minden gewidmet ist. Zwar geht es auch um eine öffentliche Veranstaltung, aber es findet sich auch ein Text über die Stadt Minden und die Folgen der Garnison.

Schaumburg-Lippe und seine Prinzen

Das kommt davon, wenn man Archivalia ein paar Tage aus den Augen läßt, jetzt hätte ich doch beinahe diese spannende Geschichte über ein interessantes Buch und die Debatten darum vergessen. "Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe" von Alexander vom Hofe. Kommentieren möchte ich das nicht. Das "Hausarchiv" habe ich übrigens nie benutzt, weil ich das "Hochfürstliche Durchlaucht", welches im Anschreiben an die Hofkammer verlangt wurde, ersparen wollte.

Dienstag, 2. September 2008

Hannover und Niedersachsen

Am Beispiel der aktuellen Debatten um die NTH (Niedersächsische Technische Hochschule) wird erneut das grundlegende Dilemma Niedersachsens deutlich: die Angst vor einer starken Hauptstadt. Anstatt Kräfte zu bündeln, wird auf einen fragwürdigen regionalen Proporz gesetzt. Das ist nicht neu, sondern seit der Gründung des Landes Niedersachsen waren die regionalen Interessen durchweg wichtiger als die des Zentrums. Dabei hat es Hannover ohnehin schwer, nicht nur, weil sich alle möglichen Spaßvögel über diese Stadt lustig machen, sondern weil sie mit zwei starken Nachbarn, Bremen und Hamburg, konkurrieren muss. Da gleichzeitig das Land immer noch agrarisch geprägt ist, fehlten immer die Mittel, um mit anderen Ländern ernsthaft konkurrieren zu können. Die inzwischen fast einseitige Konzentration im industriellen Bereich macht die Situation nicht einfacher.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich liebe die niedersächsische Provinz und genieße es, im Oldenburger Münsterland (wie letzte Woche in Cloppenburg) oder in Oldenburg zu sein, aber ich bin überzeugt, dass Niedersachsen eine starke Hauptstadt braucht mit einer großen, leistungsfähigen Hochschule, einem reichhaltigen Kulturleben und einer starkem gewerblichen Sektor. Doch die Landesregierung hat offenbar andere Interessen: Die Leibniz Uni wird bei dem jetzigen Prozess der NTH zwar wohl nicht geschwächt, aber nicht so sehr gestärkt, wie es notwendig wäre; die Museumslandschaft wird neu geordnet - zu Lasten von Hannover und die Conti ist auch kein hannoversches Unternehmen mehr. Aber vielleicht sind meine Klagen auch fehl am Platz, denn selbst die Stadt Hannover ist mehr mit sich selbst beschäftigt und nicht mehr mit wegweisenden Projekten, auch wenn sich jetzt der Oberbürgermeister Weil in dieser Sache zu Wort gemeldet hat.

Samstag, 30. August 2008

Der kluge Bauer

In den 1980er Jahren haben wir Agrarhistoriker nicht selten Dorfplaner darauf hinweisen müssen, dass ein Dorf klare Hierarchien kennt und ein komplexes Kommunikationsmuster aufweist. Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob alle das verstanden haben. Was wir damals aber nicht gemacht haben, war, uns kritisch mit dem Selbstbild und dem damals auch in eher "linken" Kreisen gern vermittelten Bild der armen, erst vom Feudalsystem, dann der Industrialisierung so sehr benachteiligten Bauern aus einander zu setzen. Wie fragwürdig diese Position ist, zeigen nicht nur viele neuere Forschungen, sondern das konnten auch Studierende des Historischen Seminars der Uni Hannover in der letzten Woche in einem Seminar im Museumsdorf Cloppenburg erleben, als wir uns intensiv mit dem Nachlass des Hofes Aschenbeck, der dort deponiert ist, auseinander gesetzt haben. Was wir dort fanden, war nicht nur ein geschäftstüchtiger Landwirt, der sorgfältig seine vielfältigen Geschäftsbeziehungen dokumentierte, sondern auch ein Mensch, der religiös war und gleichzeitig weltoffen lebte. Was einigen Studierenden besonders imponierte, war ein Titularbuch, das u.a. die "richtigen" Anreden für die Großen dieser Welt beeinhaltete.
Dass übrigens die schon im 18. Jahrhundert erkennbare Geschäftstüchtigkeit nicht verschwunden ist, allen Klagen der Landwirte zum Trotz, kann man darin sehen, dass der heutige Hof erkennbar ein mittleres Wirtschaftsunternehmen darstellt.

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